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VonRohan de Rijk

#83 Geld verdienen mit Cannabis

Lesezeit: 3 Minuten

Es ist ein mieser journalistischer Trick. Gebe ich gerne zu. Geld, Reichtum und Drogen in die Headline zu packen verleitet zum Weiterlesen. Sorry.
Es gibt aber eine Möglichkeit, mit Cannabis Geld zu verdienen. Die Info habe ich von meiner Frau. Fremde Federn sind mir fremd.
Schauen wir uns an, worum es geht und ob es etwas für mich ist, um mein Lebensziel zu erreichen.
Kleiner Einwurf: Dies ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Es war einmal eine Pflanze

Wie kann man Geld verdienen? Es gibt verschiedene Anbieter, aber der Modus Operandi ist immer derselbe: Man kauft sich eine bestimmte Anzahl von Pflanzen, diese werden von den Anbietern gehegt und gepflegt, die Ernte verkauft und der Gewinn ist dein.
Manche Pflanzen sind nur für ein Jahr bestimmt, andere werden bis zu fünf Jahre immer wieder angepflanzt. Die Preisspanne liegt hier zwischen 50 Euro für die Pflanze, die nur einmal angepflanzt wird, und 2.000 Euro für die fünfjährige Pflanze. So wie ich das Ganze verstanden habe, sind die Cannabis-Pflanzen einjährig und werden immer wieder neu aufgebaut.
Das hört sich alles in allem nach einem super Deal an. Cannabis verticken. Ist das legal?
Laut Beschreibung werden die Pflanzen mit THC (Tetrahydrocannabinol) oder CBD (Cannabidiol) nur dort angebaut, wo dies auch legal ist.

Soll ich mal beim Finanzamt anrufen?

Ob ich hier investiere oder nicht, wer weiß, aber ein riesen Spaß wäre es, sich beim Finanzamt zu erkundigen, in welches Formular man die Einnahmen aus dem Anbau und Verkauf von Cannabis eintragen muss.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Möglichkeit hoch ist, Besuch von Damen und Herren zu bekommen, die die Anfrage ein wenig mehr hinterleuchten wollen.
Aber Spaß beiseite: Laut meinen Recherchen handelt es sich um eine Dienstleistung und um kein klassisches Invest. Aber es sei erwähnt: Dies ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung, ich gebe nur das Ergebnis meiner Recherche wieder.
Fällig wären die Abgeltungssteuer von 25%, 5,5% Soli (ja, den gibt es bei Kapitalanlagen noch) und, sofern man nicht ausgetreten ist, 8-9% Kirchensteuer.

Hört sich toll an. Oder?

Der Outlaw in mir sagt: Machen!
Aber hinter die Kulissen geschaut, sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Die Informationsgrade der besuchten Webseiten (My First Plant, Juicy Fields, Cannergrow) unterscheidet sich stark. Mal von sehr eingeschränkt mit einer nicht funktionierenden FAQ-Seite. Bis hin zu PDFs und genauerer Auflistung der Preise (und einem Freunde werben Freunde-Programm).
Die Branche ist neu. So neu, dass es für mich noch zu wenig Erfahrungswerte gibt. Es wird von zufriedenen Kunden gesprochen. Tun dies nicht alle? Kritische Stimmen bringen kein Geld. Manche Firmen sind so jung, dass sie in Menschenalter gerechnet in den Kindergarten gehen würden. Dies muss nicht unbedingt ein Hindernis sein, aber Investition heißt auch abwägen und bei Pflanzenpreisen um die 2.000 Euro wird man vorsichtig.

Indoor und Outdoor

Man hat die Wahl. Möchte man eine Indoor-Pflanze kaufen, dann ist diese sehr viel teurer, aber es werden auch mehrere Ernten pro Jahr versprochen. Oder man wählt die günstigere Outdoor-Variante und gibt sich, soviel ich herausfinden konnte, mit einer Ernte zufrieden.
Jetzt befindet sich die Welt im Umbruch, sprich Klimawandel. Was passiert, wenn meine Outdoor-Pflanze Opfer eines Starkregens wird? Ist kein an den Haaren herbeigezogenes Szenario. Hierzu habe ich keine Angaben gefunden. Totalverlust?

Würde ich es machen

Ich habe mir hierzu eine ganz klare Meinung gebildet: Jein.
Ich werde es im Moment nicht machen (auch wenn der Abenteurer in mir etwas anderes sagt). Ich werde aber die Szene und die Unternehmen im Auge behalten. Wie entwickelt sich der Markt, wie sieht es mit der Legalisierung in Deutschland und weltweit aus. Wird mehr Cannabis für den “Verzehr”, also mit THC (Tetrahydrocannabinol) oder CBD (Cannabidiol) benötigt bzw. verkauft. Entwickelt sich das ganze solide, werde ich sicherlich die eine oder andere Pflanze kaufen. Wie immer, wenn ich ein Invest tätige, wäge ich ab und nur wenn ich mir sicher bin, es müssen nicht die 100% sein, dann nehme ich Geld in die Hand.

Vielfalt

Der Kauf von Cannabis-Pflanzen und den Gewinn, den man (vielleicht) damit erwirtschaften kann, hat das Spektrum erweitert. War es früher, ganz früher nur das Sparbuch, so hat man heute einen bunten Strauß von Möglichkeiten, sein Geld zu vermehren oder zu verbrennen. Man muss nur die Rosen finden und die Brennnesseln umschiffen.

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VonRohan de Rijk

#82 Das Kreuz des Künstlers

Lesezeit: 2 Minuten

Mama hat nämlich deinen Rücken mein Schatz
(Sabrina Setlur – Ich leb´ für Dich)

Jeder Mensch braucht einen Rückhalt, jeder Mensch braucht ein Zuhause, jeder Mensch braucht Menschen.

Das Wir ist wichtig

Nicht jeder Künstler will ein H. P. Lovecraft sein, denn Einsamkeit ist manchmal der Tod der Kreativität. Kunst und Familie ist vereinbar, es kommt nur auf die Menschen an.

Dein Rücken, mein Rücken, unser Rücken

Der Rücken ist das Symbol der Stärke. Ohne den Rücken würden wir nicht aufrecht gehen. Jeder hat einen, die wenigsten benutzen ihn.
Die Stärke, die man braucht, um durchzustehen was das Leben einem bietet (oder eben nicht), braucht manchmal mehr als nur ein Kreuz (hier umgangssprachlich für Rücken) und nicht nur bei Kreativen. Wo findet man den Halt. Im Dorf, das früher einmal die erweiterte Familie war? Dieses Dorf gibt es nicht mehr. In der Familie im weitesten Sinn? Vielleicht, Familie kann man sich nicht aussuchen. Bei Freunden? Manchmal trennen Ereignisse die Spreu vom Weizen und von Freunden bleiben nur noch Erinnerungen. Die Familie im engeren Sinne?

Richtig gewählt ist halb gewonnen

Für eine Familie braucht es im klassischen Sinne Vater, Mutter und eine unbestimmte Anzahl von Kindern. Für eine Familie, die nicht dem klassischen Klischee entspricht, braucht es zwei Erwachsene und eine unbestimmte Anzahl von Kindern. Da beides wunderbar funktionieren kann, kürzen wie die verschiedenen Lebensweisen und erhalten als Ergebnis: Familie.
Klappt das so einfach mit dem Kreuz? Wenn man richtig gewählt hat ja.
Dazu muss man in den Schichten des Menschen tiefer graben. Manchmal hört bei den Menschen die Übereinstimmung des Paares schon bei der oberflächlichen Betrachtung auf, aber wir müssen tiefer, dort wo die Frequenzen zu Hause sind, die für ein “in guten wie in schlechten Zeiten” verantwortlich sind. Deshalb prüfe, wer sich ewig bindet.
Alter Spruch, der im Kern über Dein Glück entscheidet.

Künstlers Kreuzx

Der Künstler als Wesen ist eher feinstofflich (wie oft habe ich dies eigentlich schon erwähnt). Da ist es nicht verwunderlich, wenn er den einen oder anderen Tritt in den Hintern benötigt, um mehr als Kunst zu machen. Hört sich hart an, aber so erzeugt man Bilder. Hierfür benötigt er (oder sie) manchmal mehr als einen (mehrere) Menschen (also die Familie). Das Leben hat sich verändert und das Leben eines Künstlers auch.

Einschub

Die Veränderung anhand einer Karikatur erklärt (gesehen auf TikTok)
Künstler früher: 5% Kreativität, 95% Sex, Drugs and Rock ´n´ Roll
Künstler heute: 5% Kreativität, 95% Social Media

Einschub Ende

Die Welt hat sich verändert, die Menschen parzellieren sich immer mehr, Freundschaften werden über Bits und Bytes geschlossen, dies alles ist nicht gut für die Gattung Mensch, die tief in ihrem Inneren immer noch ein Herdentier ist. Umso wichtiger ist es die richtigen Menschen an seiner Seite zu haben, die einen nicht nur den Rücken freihalten, sondern auch die Freiheit geben, das zu tun, was manchmal getan werden muss. Und als Künstler gibt es einiges, was getan werden muss. Social Media ist Fluch und Segen. Bleibt man nicht am Ball und postet, bis die Finger bluten, dann wird man von anderen überrollt und verschwindet im Nirvana des Vergessens.

Das Kreuz des Künstlers ist die Gabe von Zeit

Zeit ist die Komponente, die einen als Künstler ermöglicht, alle Verpflichtungen wahrzunehmen. Schreiben, Interview, Lesungen, Social Media usw. usw.
Aber nehmen bedeutet auch geben. Wer Unterstützung bekommt, muss auch Unterstützung geben, sonst gerät das Konstrukt Familie in Schieflage. Deshalb: Richtig gewählt ist halb gewonnen.

Es ist nicht einfach, alles was die Welt verlangt unter einen Hut zu bekommen. Es ist ein Kraftakt, aber ich habe Unterstützung und gebe Unterstützung. Deshalb: Ich habe richtig gewählt.

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VonRohan de Rijk

#81 Seelenhygiene – Brainwashing aber anders

Lesezeit: 3 Minuten

Es scheint eine Reihe zu werden, alles ein wenig psychologisch. Letzte Woche der ungehemmte Strom der Kreativität und heute die Seelenhygiene: Wie passt das zusammen?

Welchen Rucksack habe ich auf?

Um es vorwegzunehmen: Seelenhygiene und Kreativität, die ins Kontor knallt, sind zwei paar verschiedene Schuhe.
Nehmen wir es einmal auseinander und fangen mit dem Pferd von hinten an.

Kreativität und das Kontor

Ich wiederhole mich oder anders, ich muss mich wiederholen. Der unablässige Strom der Kreativität, der nicht nur mich, sondern auch eine wahrscheinlich schier unübersichtliche Masse an Menschen überschwemmt, ist Segen und Fluch zugleich. Hier gilt es abzuwägen, was kann ich machen, was kann ich brauchen und wann setze ich es um. Nicht jede Idee ist reif, umgesetzt zu werden oder, im schlimmsten Fall, weiter verfolgt zu werden. Hier kam der Faktor Zeit ins Spiel und so bleibt es auch. Aber was ist mit …

… Brainwashing gemeint?

Beginnen wir mit einem laienhaften Ausflug in die Synapsenlandschaft. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Je älter der Homo sapiens wird, umso mehr Gewohnheiten haben sich angesammelt und das Leben scheint nur noch auf vorbestimmten Wegen stattzufinden. So weit so ungut. Gewohnheiten geben Halt, Gewohnheiten machen Sinn. Es wäre unsinnig Sachen wie “wann mache ich essen” jeden Tag neu zu überdenken. Gewohnheiten schaffen also Platz im Hirn.

Gift in der Synapsenlandschaft

Jetzt kommen wir dahin, wo der Pudel seinen Kern hat. Gewohnheiten, die sich eingebürgert haben, sind nicht immer gut, können einen sogar die Seele vergiften. Dieses Gift werden Künstler vielleicht stärker zu spüren bekommen, als andere Menschen. Das Tuch des Künstlers ist meist feiner gewebt, dass muss so sein. Der Künstler, und hier spreche ich in erster Linie von mir (ich war noch nicht im Körper eines anderen Künstlers), ist feinstofflich unterwegs.
Was heißt das?
Der Künstler (also ich) nimmt Schwingungen und Zustände viel feiner, viel stärker war. So kann es sein und so ist es bei mir, dass Menschen nerven, die zum Beispiel die Supermarktgänge mit ihren Wagen verstopfen. Keine große Sache, für mich aber ein Grund, mich aufzuregen und diese Menschen dafür zu verfluchen. Wohlgemerkt: Für die Tat (den Stau im Gang) nicht den Menschen, der hinter der Tat steckt im Allgemeinen.

Keine große Sache, so wird allgemein angenommen

Ist doch gar nicht so schlimm, würden viele sagen, aber die Synapsenlandschaft wird sich mit der Wiederholung verändern. Die Wiederholung wird zur Gewohnheit und man ist immer und immer wieder genervt. Dies kann so weit gehen, dass man zu einem Orakel wird und beim Betreten eben dieses oder eines anderen Supermarktes schon weiß, dass diese Spezies Mensch auf einen lauert, um einem mit dem beräderten Drahtverhau auf die Palme zu bringen. So wird aus Ärger Gewohnheit und aus Gewohnheit Gift für die Seele.

Kopiertes Verhalten

Wenn das feuchte Brötchen unter der Schädeldecke erst einmal Lunte gerochen hat, kann man das Verhalten im Supermarkt wunderbar auf den Straßenverkehr, auf das Kaufhaus, den Freizeitpark und den Rest des Lebens ausweiten. Dem Teufel auf der Schulter wird es freuen und das Engelchen auf der anderen Seite wird Gift und Galle kotzen.

Was tun, sprach Zeus

Diese Art von Denken frisst Energie und hält bei manchen Verhalten von diesen Übeltätern noch Stunden an. Natürlich sind sie sich keiner Schuld bewusst und der Ärger kocht im eigenen Blut. Nicht gut für einen und verschwendete Lebensenergie. Wie gesagt, ich spreche hier aus eigener Erfahrung.
Sich diesem bewusst zu werden, ist erste Schritt im Tun.
Was folgen sollte, ja was folgen muss, man muss sich in der Situation bewusstwerden, dass das Gift langsam wieder am Pumpen ist. Was verschafft Abhilfe? Schulterzucken und weitergehen ist die Königsklasse. Ich habe damit angefangen (bleiben wir beim Beispiel Supermarkt), die Einkaufswagen, die mich stören, mit meinem Einkaufswagen wegzukicken. Funktioniert wunderbar und mit der Zeit wird man ruhiger. Warum? Weil der Weg der Synapsen ein anderer geworden ist. Sie haben die Agrobahn verlassen und sind jetzt auf einer friedlicheren Fährte.

Geschafft ist der falsche Gedanke

Wer jetzt denkt, er hätte es geschafft, der irrt. Die alten Wege brauchen lange, sehr lange, bis sie überwuchert werden, und ein wenig Unaufmerksamkeit zerstört die Überwucherung fast augenblicklich. Sich der Gefahr bewusst sein, ist der beste Schritt zur Eliminierung. Also üben, üben, üben und wenn man meint, man hat es geschafft: üben, üben, üben.

Die Form des Brainwashing

Es lebt sich leichter, wenn man nicht immer den Agro schiebt. Deshalb lohnt es sich zu üben und sich das Hirn von schlechten Gedanken freizuwaschen. Das Schöne daran, man hat schöne Gedanken. Das Schöne daran, man hat kreative Gedanken. Das Schöne daran, mit diesen Gedanken wird man im Leben weiterkommen.

Das Fazit zum Schluss

Vergiftete Gedanken schaden einem selber. Man wird in den wenigsten Fällen die Leute ändern können, schon gar nicht, wenn es Fremde sind.
Also achtet auf eure Synapsenbahnen, shampooniert euch das Hirn frei von giftigen Gedanken und werdet kreativ, damit hat das feuchte Brötchen wahrlich genug zu tun.

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VonRohan de Rijk

#80 Kreativität ballert ins Kontor

Lesezeit: 3 Minuten

Die Überschrift reizt. Ich merke, wie es euch in den Fingern juckt. Was wird wo reingeballert und tut das vielleicht sogar ordentlich weh?

Vielleicht kennt ihr es oder ihr kennt einen, der das kennt

Seid ihr selber gesegnet oder verflucht mit einer Kreativität, die nie Pause macht, geschwätzig ist wie ein altes Waschweib und euch die Bandbreite für andere Aufgaben klaut?

Die Suche

Künstler sein heißt auch immer ein Suchender zu sein. Der Text, die Grafik oder die Idee ist gut, saugut, aber es geht noch besser. Viel besser. Und das ist der Motor, das, was einen Antreibt. Sich an dem zu erfreuen, was man gerade geschaffen hat, mit dem Wissen, dass es noch geiler wird. So richtig viel geiler. Das ist Sprit, der sich durch die Adern frisst und ein nicht versiegendes Feuer entfacht.

Die Suche – Spitz pass auf

Aber ehrlich, damit muss man klarkommen. Die Suche nach dem was genial ist, kann auch damit enden (oder eben auch nicht), dass man nie zufrieden ist oder sein wird. Das dritte Mal den Text gelesen und immer und immer und immer gibt es noch was zu verbessern. Das ist aber nicht das, was ich meine. Der Drahtseilakt zwischen “da geht noch was” und “kann so bleiben” ist mehr als knifflig. Es bedarf Übung sein Werk, hier und jetzt als fertig anzusehen. Mut, den Schlussstrich zu ziehen und “Ende” unter das Buch zu schreiben.

Also, was ballert ins Kontor

Mir geht es so, wie wahrscheinlich sehr vielen, oder allen Künstlern, das feuchte Brötchen im Oberstübchen ballert Ideen raus, dass man manchmal gar nicht weiß, wie und ob man alle diese Ideen je umsetzen kann. Es gebiert bei mir (fast) immer und überall Ideen. Ich habe mittlerweile lernen müssen zu selektieren. Die Guten ins Töpfchen und naja ihr wisst es sicherlich, der Rest wird über Bord geschmissen.

So schreibe ich mir selber

Die Ideen, die übrig bleiben, haben ihre Berechtigung und so schreibe ich mir selber eine Mail. Ist es eine Idee für die Story, die ich gerade schreibe, kein Problem, wird relativ schnell in die Geschichte einmassiert. Ist die Idee etwas für die lange Bank, also für später, wird sie so genau wie möglich skizziert (die Zeit macht die Idee löchrig, deshalb so genau wie möglich) und für später aufbewahrt.

Der eiserne Besen

Die Zeit ist schon verwunderlich. Man verflucht sie, denn man wird älter oder sie beendet irgendwann den Urlaub. Die Zeit heilt wunden, also Dr. Zeit. Die Zeit ist aber auch ein Maßstab für Ideen. Hat diese eine, jene oder andere die Zeit überstanden und ist sie immer noch attraktiv, dann könnte es eine jener Ideen sein, bei denen sich eine Umsetzung lohnt.
Genauso und nicht anders mache ich es mit den (meisten) kreativen Geistesblitzen. Aufschreiben, digital liegen lassen, zu Gemüte führen und noch mal bewerten, nur so kann man Ordnung in sein Künstler-Kontor bekommen.

Segen oder Fluch, eine Frage des Standpunktes

Könnt ihr (wie ich) die Lawine der Kreativität kanalisieren und einiges davon umsetzen? Dann ist es ein Segen, den man hegen und pflegen sollte. Nichtsdestotrotz ist der Grat zum Fluch schmal, zu der dunklen Seite der Kreativität. Belastet es euch sehr (bei mir vielleicht manchmal, Hand aufs Herz sehr wenig), erdrückt es euch, dann müssen andere Werkzeuge her. Den eins müssen wir uns als Mensch immer vor Augen halten, auch wenn es schwerfällt: Das feuchte Brötchen in der Hirnschale brabbelt immer, sei es nun Kreativität, die unser Leben verbessert und uns aus dem Hamsterrad der Arbeit und der Wiederkehr herausholt, oder sei es die Angst, der Neid oder der Zorn, der das Leben mürbe macht. Irgendetwas ballert immer ins Kontor. Aber wir haben die Wahl: Kreuzung, Crossroad oder wir ihr es auch immer nennen wollt.
Wir können die Kreativität annehmen und schauen, was uns davon gefällt. Wir können die Angst, den Neid und den Zorn annehmen und zusehen, wie wir zu unausstehlichen Menschen werden. Aber wir haben die Wahl, das eine oder andere zu machen oder eben sein zu lassen.
Auf der Welt ist nicht alles weiß (Kreativität) oder schwarz (Angst und ihr kennt den Rest).

Und du bist es doch

Zum Schluss und am Abschluss kurz ein Satz, den ich so oft höre: “Ich bin nicht kreativ.” Es gibt eine andere Seite der Kreativität, jenseits der Worte (also die geschriebenen), Bilder und Pinselstriche. Auch Buchhaltung kann kreativ sein. Vielleicht doch kein so gutes Beispiel. Streithähne dazu zu bringen, sich wieder zu vertragen, ist eine Kunst.
Und Kunst kommt von Können, Kreativität und “kann ich”.
Also öffnet die Türen vom Kontor und seid gespannt.

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VonRohan de Rijk

#78 Wo stehe ich

Lesezeit: 3 Minuten

Mittlerweile sind 58 Episoden vergangen und, wenn ich richtig gerechnet habe, 59 Wochen. Ich gestehe: Einmal musste ich den Podcast schlabbern.
Wo stehe ich jetzt, nach dieser Zei, mit meinem Lebensprojekt?

Ein ganz kurzer Rückblick

Ich möchte nicht mehr arbeiten. Das möchten viele, ich bin einer davon. Dabei geht es nicht darum, faul in der Hängematte zu liegen, sondern etwas Sinnstiftendes zu tun, in meinem Fall: Schreiben und NFTs (Non-Fungible Token). Wie funktioniert das? Nun, in meinem Fall habe ich das Projekt auf die Beine Immobilien, Aktien, ETFs und Krypto gestellt, dazu kommen noch die Verkäufe aus dem Bereich Buch und, hoffentlich irgendwann aus dem Bereich NFT. Zu Beginn brauchte ich 750.000 Euro, um ohne einen Verlust leben zu können (bis zur Rente). Heute sind es eine ganze Menge Scheine weniger.

So nun Butter bei die Fische

Als Erstes: Die Investitionen, in den oben genannten Bereichen halte ich immer noch für sinnvoll.
Leider hat sich nach einer anfänglichen Vermehrung (die war schon ordentlich) das ganze jetzt ins Minus gedreht.

Was ist passiert?

Dumm investiert? Nein. Hier spielt die Politik, und wie die Politik mit Krisen umgeht, eine riesige Rolle. Ich wollte nie politisch werden. Aber im Leben geht es nun einmal nicht ohne.
Krise 1: Zwei Jahre Corona ist zuviel und hat jede Menge Schaden angerichtet. Auch wenn es der eine oder andere nicht so gemerkt hat. Die Kaufkraft ist meiner Ansicht nach gesunken, das liegt unter anderem daran, dass viele Selbstständige die Segel streichen mussten. Wer dort angestellt war, war es auf einmal nicht mehr. Wer keine Arbeit hat, hat weniger Geld, wer weniger Geld hat, kann weniger kaufen. Wer weniger kaufen kann, wird nur das kaufen, was er dringend benötigt. Sowas schickt die Firmen, die nicht für den täglichen Bedarf produzieren, zumindest theoretisch auf Talfahrt.
Krise 2: Der unsinnige Krieg. Ob er nun dafür verantwortlich ist, welche Preise im Moment ausgerufen werden, kann ich nicht genau sagen. Aber die Annahme liegt nahe, dass so ein Krieg den einen oder anderen dazu verleitet, ein wenig oder ein wenig mehr an der Preisspirale zu drehen. Die Leidtragenden: Die ewig Gebeutelten.

Verschwörung

Ich halte nichts von den Verschwörungstheorien, die immer und überall kursieren. Dies ist mein einziger Satz dazu.

Wie geht es weiter

Erst einmal, es geht weiter. Der Aktienmarkt hat im Laufe der Zeit die eine oder andere Delle bekommen. Wenn man bedenkt, dass der erste dauerhafte Handel mit Aktien schon im Jahr 1612 in Amsterdam begonnen hat und Aktien immer noch ein Mittel, wenn nicht sogar das beste Mittel für die Geldanlage ist, dann kann diese Delle meinem Geld auf kurz oder lang nichts anhaben.
Es geht weiter. Ich werde weiter investieren. Ich werde Augen und Ohren offenhalten. Mich nach Chancen umsehen und nicht auf die hören, die das “Unken” schon fast exzessiv professionell betreiben.

Werde ich was ändern

Die Summe, die ich benötige, hat sich verringert. Dies bedeutet, die Schere zwischen “Habe ich” zu der Summe “Brauche ich”, hat sich merklich verkleinert, dies hat auch die fiktive Zeitspanne bis zum Erreichen der Summe X verringert.
Ich werde auch weiterhin den Aktien- und Krypto Markt beobachten und, wenn es sein muss, umschichten. Was ich nicht tun werde: Mich auf Möglichkeiten wie Hebel (Bewertung von Optionsscheinen) oder Hedgefonds einlassen. Liegt man goldrichtig, dann sprudelt es aus dem Goldesel. Liegt man falsch, dann war es das mit dem Geld. Kurze Info: Die meisten Anleger liegen falsch.

Nicht verzagen

Auch wenn sich die gegenwärtige Situation mies anfühlt (und hier geht es auch um den Krieg). Am Ende des Tunnels gab und gibt es immer wieder Licht.
Und wie sagte schon Gary Vaynerchuk, als er nach einem Garant für den Erfolg gefragt wurde: Patience.

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VonRohan de Rijk

#77 Die Firewall des Künstlers

Lesezeit: 3 Minuten

Ich bin kein Jurist. Aus diesem Grund sind die hier gemachten Aussagen keine Rechtsberatung, sondern spiegeln das wider, was ich recherchiert habe bzw. meine eigene Meinung.

In einer kopierten Welt

Die Firewall, der Schutz des Künstlers, in einer Welt, in der das Kopieren noch nie so einfach war.
Was ist die Brandmauer denn genau? Hier in Deutschland und ich kann nur für Deutschland reden, ist es das Urheberrechtsgesetz. Es schützt den Urheber und sein Werk vor was eigentlich?

Zäumen wir das Pferd beim Gesetz auf

UrhG – was sich anhört wie ein animalischer Schrei ist nichts anderes, als die Abkürzung für das Urheberrechtsgesetz oder Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte.
Das Gesetz verfügt über 143 Paragrafen. Es ist sicherlich müßig darüber zu diskutieren, dass man auch nur annähernd etwas hier in diesem Rahmen besprechen kann. Deshalb hier mein kleiner Lesetipp für schlaflose Nächte: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html

Ist die KI ein Schöpfer

Auf das Thema Urheberrecht kam ich, als ich versucht habe, Texte mithilfe einer KI zu generieren. Ich war von dem Ergebnis nicht überzeugt. Als Berichterstatter für Fußballergebnisse sieht es anders aus, aber als Autor für Thriller, no way, dass funktioniert nicht. Aber wer ist denn nun der Schöpfer der Texte oder, um dem Ganzen noch ein wenig mehr Schärfe zu verleihen, denn KIs können auch Bilder generieren, wer darf sich hier wirklich Schöpfer nennen?

Blöde KI

Die KI ist ein Stück Software und am Anfang ihrer Tage saublöd. Die Intelligenz bekommt sie erst durch das Training. Ein ganz bestimmtes Training. Eine Bilder-KI kann nur Bilder, eine Text-KI kann nur Text. Mit jedem Bild oder Text wird die KI schlauer, dies geschieht nach einem bestimmten Algorithmus. Das Ergebnis wird teilweise noch von Menschen gesichtet, damit die Fehlerquote gering bleibt. Nur ein kurzer Abriss, denn das Thema ist übelst kompliziert.

Wer ist denn nun der Schöpfer?

Generell gilt erst mal, dass Schöpfungen einer KI (also Bilder oder Texte) nicht im Sinne des Urheberrechts geschützt sind. Aber: Hat ein Mensch seine Finger im Spiel, könnte dies schon ein wenig anders aussehen.

Lasst uns ein Bild generieren

Es gibt die Möglichkeit, mit einer Zeile Text Bilder generieren zu lassen, z. B. Liebespaar in roter Kleidung. Die KI baut aus dem Text ein Bild, das zum jetzigen Zeitpunkt der Technik mehr oder weniger skurril aussieht und meistens von dem, was ich im Text beschrieben habe, sehr stark abweicht bzw. sehr verfremdet ist.
Als Mensch habe ich eingegriffen. Reicht dies, um im Sinne des Urheberrechts als Schöpfer zu gelten? Habe ich hoch genug geschöpft oder anders, ist die Schöpfungshöhe erreicht?

Was ist Schöpfungshöhe?

Nach § 2 Abs. 2 UrhG muss das Kunstwerk eine persönliche und geistige Schöpfung des Urhebers sein. Dies würde bedeuten, alles was ich mir ausdenke und zu einem Werk verarbeitete, egal ob Text oder Bild, würde einer gewissen Schöpfungshöhe entsprechen. Bei den Recherchen bin ich aber immer und immer wieder auf die Fragestellung gestoßen, ob die Schöpfung hoch genug sei. Dies wird auch immer und immer wieder von Gerichten beantwortet. Also ist die persönliche und geistige Schöpfung nicht immer ein Garant für den Faktor Schöpfungshöhe und muss, bei Zweifeln, durch die Damen und Herren in den schwarzen Roben geklärt werden.

KI fällt raus

Wir haben gelernt: Persönlich und geistig muss die Schöpfung sein. Damit ist die KI draußen. Das Werk wird nur erzeugt, wenn man die Maschine, also die KI, vorher mit Wissen mästet.
Aber wie sieht es mit dem “Futter” für die KI aus? Hier könnte es doch sein, dass man nicht das Urheberrecht erlangt, sondern dagegen verstößt.
Kann ich mich darauf verlassen, dass alle Trainingsdaten der KI vom Rechteinhaber abgesegnet wurden. Kann ich mich darauf verlassen, dass ich diese Fragmente wiederum für mein eigenes Kunstwerk verwenden kann und wenn ich die Schöpfungshöhe erreichen sollte, kann ich dann ein Urheberrecht geltend machen?
Die nicht rechtsberatende Antwort lautet: Nein.
Die KI wird mit Milliarden von Bildern gefüttert. Wie will man da nachhalten, ob alle Rechteinhaber zugestimmt haben (einige sind sicherlich schon von uns gegangen)? Bei Texten sieht es ein ganz klein wenig anders aus, da sie stärker fragmentiert werden können. So kann es durchaus vorkommen, dass Abschnitte oder Sätze aus verschiedenen Büchern entnommen wurden, und diese alle denselben Inhalt haben.

Spannend, aber lieber nicht die Finger verbrennen

KI ist ein spannendes Feld. Aber wenn man auf der sicheren Seite sein möchte, was die Kunst und den Verkauf der Kunst betrifft, so sollte man lieber sein Hirn selber anstrengen und kreativ werden.
Eine KI kann nicht etwas aus dem Nichts zaubern und das, was verwendet wird, hat jemand mit dem Schweiße seiner Kreativität erzeugt. Vielleicht wird es kein Urheberrechtsverfahren gegen KI erzeugte Bilder geben, auch wenn Rechteinhaber Fragmente erkennen. Aber wer möchte schon mit einem Könnte oder einem Vielleicht leben.

Deshalb zum Schluss mein salbungsvoller Tipp: Macht es selber. Textet selber, macht Fotos, bearbeitet diese und gebt dem Ganzen eine unveränderliche Handschrift.
Ach übrigens: Gegen Inspiration spricht nichts. Es gab noch nie einen Künstler, der sich nicht in irgendeiner Art und Weise hat inspirieren lassen.

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VonRohan de Rijk

#76 Mythos Kreativität

Lesezeit: 3 Minuten

Die Kreativität ist ein Geschenk des Himmels, nur wenige kommen in den Genuss dieses überbordenden Andersseins, das einen wie einen hellen Stern über die Menschheit erheben lässt.

So oder so ähnlich ist Kreativität

Moment, halt Stopp: Ist dies wirklich so oder wird hier etwas stilisiert, was vielleicht in den Genen eines jeden vorhanden ist?
Das klingt genauso ketzerisch wie der oben genannte Satz.
Aber was verbirgt sich hinter der Kreativität?
Ist es vielleicht nur ein wenig Bauernschläue, um durchs Leben zu kommen oder muss es die bahnbrechende Erfindung sein oder ein Kunstwerk, das auf gut Deutsch “mind blowing” ist?
Moment, halt Stopp: Das sind verschiedene Bereiche des Lebens. Gibt es verschiedene Kreativitäten oder ist ihr Einsatzbereich allumfassend?

Ist alles kreativ?

Ist Schuhe zubinden kreativ? Eher nicht. Ist die Erfindung der Schleife, damit ich mir die Schuhe zubinden kann, kreativ?
Auf alle Fälle.
Kreativität kann auch die Lösung eines Problems sein. Habe ich diese gefunden und ist diese außerordentlich gut, kann ich diese auch vermarkten.
Aber im Allgemeinen wird Kreativität mit Kunst in Verbindung gebracht.

Welten erschaffen und ungestraft morden

Die Kreativität ist das Werkzeug des Schriftstellers. Ohne sie würde man es nicht schaffen, etwas zu erschaffen, das in Wirklichkeit (oder in der Teilwirklichkeit) gar nicht gibt.
Das ist leicht. Das kann ich auch. Darüber solltest du mal ein Buch schreiben.
Stammtischsätze mit wenig Substanz. Denn wenn wir von Kreativität reden, müssen wir auch bedenken, dass es vielleicht nur ein klitzekleiner Einfall war, der Kern einer Geschichte, die Lösung eines Problems. Aber was kommt dann?

Kreativität wird zur Arbeit

Den Funken zu fangen, ihn zu bearbeiten und daraus ein großes Ganzes zu schaffen ist das, was dem großen K folgt und hier scheitern sehr viele (vielleicht sogar fast alle). Die tolle Idee zu einem Buch, eine Innovation in irgendetwas, ist das eine, das durchhalten, das leere Blatt des Schriftstellers, mit dem Selbstzweifel, dass die Idee vielleicht doch nur ein verglühender Funke war, zu leben, den Punkt zu überwinden, mit seinen Ängsten zu brechen, das macht den wahren Kreativen aus.

Sieht man es?

Nein, natürlich sieht man nicht den Schweiß, die vergossenen Tränen oder die eine oder andere Flasche Wein, durch die man versucht, dem “Was man macht” weiter Leben einzuhauchen. Die Welt sieht nur das Ende, das, was man in den Händen hält, seinen Hintern drauf bettet oder das man sich genüsslich hinter die Kiemen schiebt. Man sieht den Erfolg und ist (zumindest in Deutschland) neidisch (ketzerisch, denn es gibt auch den Gönnen-Typus) oder vielleicht erlebt man das Scheitern und freut sich insgeheim, weil der Typ oder die Typin sowieso ein aufgeblasenes Arschloch war (jedenfalls aus der Sicht des Ergötzenden).

Angeboren oder nicht bekommen?

Zurück zum Mythos. Gibt es angeborene Kreativität? Wie will man das beweisen, außer mit unsinnigen aber markigen Behauptungen? Es gibt sicherlich kein Gen für Kreativität.
Aber vielleicht wird auch die Kreativität von den Erziehungsberechtigten im Keim erstickt. Kreative sind Tagträumer, aus denen wird nie was, wie sollen die der Gesellschaft nütze sein, die liegen dem Staat nur auf der Tasche rum.
Glaubenssätze einer staatstreuen Mannschaft, die sich gern vor den Karren der Wirtschaft spannen lässt. Einer Mannschaft, denen, alles was über den Tellerrand hinausgeht, suspekt, vielleicht sogar gemeingefährlich, erscheint. Wer sind die Leidtragenden?
Richtig: Die Kinder.

Der Kreativmegamensch

Das größte Potenzial an Kreativität haben die Kinder. Wer den kleinen Menschen einmal zuhört, wie sie die Welt sehen, was sie gerne einmal machen möchten oder sei es auch nur die Schnelligkeit, mit denen sie die Dummheit der “Großen” verzeihen, der weiß, wo das Potenzial liegt. Es ist da, wird aber jeden Tag kleiner und jeden Tag wird es von der Gesellschaft immer weiter niedergeknüppelt, bis der kleine Kreative groß und ein Rädchen in der Erschaffung des Bruttosozialproduktes ist.

Mythos: No way

Kreativität ist kein Mythos. Es ist in uns drinnen. Bei manchen ganz tief verschüttet (worden) oder so nah an der Oberfläche, das ein Hauch genügt, um den Sturm der Gedanken zu entfesseln.
Es lohnt sich zu graben oder einfach nur den Hauch des Windes seine Arbeit machen zu lassen und das, was wir einmal waren, nämlich Kinder mit einer unbegrenzten Fantasie, wieder aufleben zu lassen.

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VonRohan de Rijk

#75 Was ich schreibe siehst du anders

Lesezeit: 3 Minuten

Der Film hat es einfach, (zumindest) was die Bilder im Kopf angehen. Dort wird alles im Voraus gecastet, in Szene gesetzt und so arrangiert (Musik, Farbe etc.), dass das Kopfkino nicht stattfinden kann. Alles wird fertig erlebbar serviert und ist immer und immer wieder wiederholbar in immer und immer wieder dergleichen Art und Weise.
Früher war alles besser. Was für ein abgedroschener durch eine rosa Brille betrachteter Blödsinn. Aber in der Zeit, wo es nur Bücher und Radios gab, da hatten die Menschen mehr damit zu tun, das Gelesene oder das Gehörte in Bilder zu verwandeln.

Schreiben, der Booster für das Kopfkino

Wie würde eine Figur aussehen, die der Schriftsteller nicht beschreiben würde?
Oder anders gesagt. Wie oft ist es mir passiert, dass ich mir eine Figur vorgestellt habe und dann kam der Schriftsteller mit Details um die Ecke. So war die Protagonistin schwarzhaarig und ich hatte sie mir blond vorgestellt, weil es besser zur Beschreibung des Autors passte. Nein, ich spreche hier nicht das Klischee “Blond” an. Nach der Offenbarung des Schriftstellers hatte ich Probleme, mir die Protagonistin auf einmal mit der anderen Haarfarbe vorzustellen und die Geschichte geriet für einige Zeit in Schieflage.

Also was tun?

Aus der Sicht des Schriftstellers denke ich, dass es gar nichts zu tun gibt. Eine Personenbeschreibung in den ersten Kapiteln kann die Geschichte kaputtmachen und der Leser löscht aus Langeweile das E-Book oder pfeffert das papiergebundene Pendant in die Ecke.
Auch ein: “Sie warf ihr braunes, langes Haar über ihre schmalen Schultern” hört sich hölzern und konstruiert an. So muss die Person an sich mit ihrem Charakter und insbesondere mit ihrem Aussehen behutsam in die Geschichte eingeführt werden.
Sonst wird das nix.

Aber ist alles so schlecht?

Macht es nicht den Reiz eines Buches aus, dass man sich die Personen, die Landschaft und einfach alles immer ein wenig anders vorstellt, als es der Schriftsteller tut?
Ich als Schriftsteller suche mir Bilder von einem fiktiven Menschen heraus, der dem Charakter und dem Aussehen des Protagonisten oder der Protagonistin entspricht. Dies hat eher einen praktischen Grund: Wenn ich das Aussehen beschreiben muss, sei es nun am Anfang oder im Verlauf der Geschichte, muss ich sehen, dass ich immer die gleiche Haarlänge (es sei denn, ich schicke ihn oder sie zum Frisör) oder andere körperliche Merkmale beschreibe. Also eher Mittel zum Zweck. Natürlich kann ich mit den Beschreibungen der Protagonisten und des weiblichen Pendants die Fantasie des Lesers in eine Richtung lenken. Aber ich wette, wenn die Leser das Bild, dass ich beim Schreiben benutzt habe, sehen würden, würde es mit dem, was sich im Kopf abgespielt hat, wenig bis gar nichts zu tun haben.
Und das finde ich großartig.

Unbegrenzte Versionen

So entstehen hunderte, tausende Kopfkino-Versionen meines Buches. Jede ist auf ihre Art gleich, aber auf eine andere, sehr individuelle Art auch anders.
Ich werde nie eine dieser Versionen erfahren können, aber dass es sie gibt, gibt einen ein Hochgefühl. Der Kick des Schriftstellers. Im Film kann ich die unglaublichsten Effekte erzielen. Aber mit wenigen Worten kann ich diese auch mit dem sehr persönlichen Touch erzeugen, indem ich auf das setze, was sich sowieso bei den Lesern abspielt: Die Fantasie, das mächtigste Werkzeug dieser Welt. Ohne Fantasie wären die wunderbaren Dinge auf dieser Welt nie erfunden worden. Und warum wurden sie erschaffen? Weil es Menschen gab, die die Fantasie ausnutzen, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.

Die alte Kunst des Geschichten Erzählens

Der Mensch war schon immer von Geschichten fasziniert, ob am Lagerfeuer oder als Hörbuch aus dem Radio oder den nachfolgenden Abspielgeräten. Die Überlieferung der Geschichte der Menschheit beruht auf Erzählungen (ja, auch die Bibel) und da wundert es nicht, dass die Geschichten mit der Zeit immer wieder abgewandelt wurden, voluminöser, schrecklicher, herzerweichender wurden. Der Mensch würzt Geschichten gerne mit dem, was er sich vorstellt, oder lenkt diese auch mal dahin, wo er sie gerne hätte (hier haben wir die ersten Fake-News).
Am Ende ist jede Geschichte, ob erzählt, gehört oder gelesen, immer eine persönliche Version von etwas, wo der Erzähler, der Sprecher oder der Schriftsteller dem Gegenüber ein Grundgerüst liefert.

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VonRohan de Rijk

#74 Glück gehabt (noch)

Lesezeit: 2 Minuten

Versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Schauen wir auf Episode 70 zurück: Es ging darum, dass KI die Kunst killen könnte. In dem Fall, die wortschöpferische Kunst des Schriftstellers.

Der Selbstversuch

Nun gibt es eine KI (GPT-3), die gelernt hat, Worte zu Sätzen und zu kleinen Artikeln zu formen. Dies jagt dem Künstler natürlich die Schweißtropfen auf die Stirn. Aber, so lehrt es uns das Leben: Stelle Dich Deinen Ängsten bzw. Deinen Gegnern. Gemacht getan. Code in der CT ausprobiert. War nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Herren (oder/und Damen) hätten auch mal dran denken können, dass nicht jeder ein Nerd ist, aber gerne mal eine KI-Erfahrung machen möchte.

Getestet

Die Software eignet sich hervorragend, um Texte zu erstellen. Aber und zum Glück gibt es ein Aber, es gibt noch genügend Schwachstellen, die die Texte zwar lesbar machen, aber manchmal mit falschen Informationen spicken. Dies ist nicht nur nicht schön, dies ist gefährlich. Warum gefährlich?
Nun ja, stellen wir uns einmal den Fall vor, dort gibt es einen Menschen, der alles glaubt, was ihm unter die Nase gehalten wird. Unwahrscheinlich?
Lassen wir die letzten zwei Jahre einmal medial Revue passieren. Ist dann die Unwahrscheinlichkeit immer noch so groß oder rückt sie eher in Richtung: “Die Masse glaubt die Informationen”, sie muss nur von renommierten oder selbsternannten Fachleuten oder Medien kommen.

Fatale Fehler

So können sich Falschinformationen in Glaubenssätze verwandeln. Widerlegung wird schwer bis unmöglich. Deshalb sollte die Kritik an der KI nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Noch erzeugt eine Maschine Texte aus Dokumenten, mit denen sie gefüttert wurde. Was wäre, wenn die Dokumente spezifisch zusammengesucht oder sogar erstellt worden wären? Könnte man dann nicht eine ganz neue Wahrheit erstellen? Eine Wahrheit, die einer kleinen Gruppe an Menschen genehm ist? Dies ist keine Verschwörungstheorie, ich habe auch keine Chemtrails geschnüffelt, aber der Mensch neigt nun einmal dazu, Erfindungen für seine, nicht immer lauteren Ziele, zu verwenden. Und warum sollte es bei der KI anders sein.
Also Spitz pass auf.

Der Schreiberling atmet auf

Verlassen wir die Gedanken und begeben uns auf den Boden der getesteten Tatsachen.
Die KI ist heute noch nicht in der Lage, Thriller, Romane oder ähnlich gelagerte Geschichten zu schreiben. Wie das mit Sachbüchern aussieht? Keine Ahnung, dies ist nicht mein Gebiet.
Warum kann eine KI keine Geschichten? Nun eine Geschichte besteht aus Personen, die jeweils eine eigene Geschichte haben, jetzt brauchen wir auch so etwas wie eine Story, denn eine Geschichte ohne Story ist keine Geschichte. Dies hört zuerst einmal wirr an, aber wir als Mensch können dieses Konglomerat aus Geschichte und Story gut auseinanderhalten. Eine Maschine kann das (noch) nicht. Es wird auch schwer für eine KI sein, Handlungsstränge zu verfolgen und diese irgendwann zusammenzuführen.

Fußballergebnisse ja, aber dann…

Die KI ist sicherlich für eine Zusammenfassung eines Fußballspiels oder den Wetterbericht geeignet. Hier gibt es “standardisierte” Aussagen, die sich leicht in einen Text einbauen lassen.
Aber Kunst? Nein das geht nicht, dafür müsste man der Maschine neben dem I für Intelligenz noch ein weiteres K für Kunst und ein weiteres K für Kreativität hinzufügen. Und da sind wir Menschen mit unseren Synapsen besser aufgestellt, so dass man auch in (naher) Zukunft nicht damit rechnen muss, dass der Autor aus einem Haufen Transistoren und ein bisschen Strom besteht.
Nichtsdestotrotz: Man soll niemals nie sagen. In Zukunft (wann diese auch immer sein wird) wird auch eine KI das KIKK können.

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VonRohan de Rijk

#73 Bespaßung für den Erfolg

Lesezeit: 2 Minuten

Wer was werden will, braucht eine starke Community.
So tönt es aus allen Kanälen, die etwas von Social-Media-Marketing zu verstehen glauben. Dabei wird die Stärke der Community, der Wille dem Projekt Input zu geben, als der heilige Gral des Erfolges angesehen.

Der Künstler, das unkommunikative Wesen

Ist es wirklich das, was zwischen Erfolg und Scheitern steht? Kann man als Einzelner überhaupt eine starke Community aufbauen?
Wie machen es die anderen? YouTube hat gezeigt, dass dies geht. Aber ist es wirklich so? Werden die Tuber nicht ab einer gewissen Größe durch Profis gefördert? Agenturen steuern die Community, erstellen Pläne und vermarkten ihre Schäfchen.

Ich wollte es machen, aber…

Irgendwie habe ich eine Sperre, ein Mediaplan war angedacht. Den habe ich auch angefangen, aber scheinbar schaffe ich es nicht, diesen vehement durchziehen. Woran liegt das? Eine gute Frage, die ich mir hier stelle. Ist ein solcher Plan zu wenig spontan, ist er nicht kreativ genug, um einmal ausscheren zu können? Wahrscheinlich von allen ein wenig.

Wo ist meine Community?

Die zwei Künstler in meiner Brust brauchen auch unterschiedliche Communitys.
Der Schriftsteller kann sicherlich seine Leser mit auf die Reise zu einem neuen Buch nehmen. Dies geht aber nur bedingt. Wer will schon im Prozess des Schreibens wissen, wer nachher der Übeltäter und wer der Gute ist. Hier verlagert sich die Community meist in den Bereich kurz vor der Veröffentlichung und länger nach der Veröffentlichung.
Anders sieht es mit den NFT aus. Hier geht es nicht um das Erleben einer Geschichte, sondern um ein Projekt, mit dem der geneigte User sogar Geld, vielleicht sogar sehr viel Geld verdienen kann. Hier ist eine Intervention seitens der Community vielleicht sogar extrem wichtig, zumal auch noch Einfluss in Richtung “Goodies” genommen werden kann, also den Zusatznutzen zu dem eigentlichen NFT.

Kunst, Kommerz, Community

Die drei Schlaglichter der NFT-Branche. Dahinter verbirgt sich aber die Frage: Was will die Community noch? Und da kommen wir wieder zum Titel. Ist es nur die Bespaßung? Als Erstes muss man die Spreu vom Weizen trennen. Wo? Im Discord-Server. Dies ist der Ort, wo man sich in der NFT-Szene trifft. Aber was kommt einem als Erstes unter. Genau: Gestalten, die gar kein Interesse an der Kunst haben, sondern einem mit obskuren Angeboten das Blaue vom Himmel versprechen.
So denkt man bei jedem neuen User: Spitz pass auf. Was sicherlich richtig, aber auch nicht immer von Vorteil ist, wenn man die User direkt von Anfang an misstrauisch begutachten muss. Aber so ist es nun einmal.

Die Zeit für den Spaß

Brot- und Butterjob, künstlerische Tätigkeit, ein wenig Freizeit mit der Familie auch, ja Schlaf gibt es auch noch. Ich frage mich, wie man das als Solo-Artist alles schaffen soll? Ich denke, es ist nicht zu schaffen. Aber wo geht der Zug dann hin, wenn die gepriesene, starke Community unter diesen Voraussetzungen nicht zustande kommen kann?

Allgemein statt speziell

Was ist, wenn man nicht über ein Team verfügt. Dann bleibt einem nur die Möglichkeit, über die Person anstatt über das Projekt bekannt zu werden. Die Community wird sich dann eher auf Twitter, Instagram und Facebook als auf Discord abspielen. Vielleicht ist dies ein Weg für die vielen kleinen NFT-Künstler ohne ein Riesenbudget.
Eins darf nicht in den Hintergrund treten: Die Kunst. Dies ist der Dreh- und Angelpunkt für mich.

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