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VonRohan de Rijk

# E39 “Der Corpsepaint Killer” der neue Thriller von Rohan de Rijk

Lesezeit: 2 Minuten

Mein neuer Thriller ist draußen.
“Der Corpsepaint Killer” Corpsepaint bedeutet übersetzt Leichenbemalung und kommt ursprünglich aus der Black-Metal-Subkultur.
Der Thriller hat aber nichts mit Heavy Metal zu tun. Das wäre zu stereotyp.
Ein bisschen über den Inhalt plaudern? Da habe ich eine bessere Idee. In der Linkliste findet ihr die Webseite zum Buch mit einem Appetizer, ein Stück des ersten Kapitels.

Die letzten Stunden vor dem Start

So wie sie immer aussehen. Alles ist in Hektik. Nichts, das man nicht geplant hätte. Dazu schreibe ich zu lange und bin zu lange im Projektgeschäft tätig um hier nicht alles aufgelistet zu haben.

Wünsche und Technik sind Zeitfresser

Der Wunsch, alles bis ins kleinste Detail schön zu machen, kostet zumal die Technik, die einem immer wieder einen richtig fetten Strich durch die Rechnung macht.
Trailer erstellen. Genauso viel Plan gehabt wie mit dem Cover, nämlich gleich Null.
Um mir es so richtig zu geben, habe ich das Filmchen (übrigens auch auf der Website zu bewundern) mit einem neuen Videoschnittprogramm gemacht.
1 Millionen Regler und 1 Millionen Einstellmöglichkeiten.

Wenn, dann geb ich es mir richtig

Diesmal waren es zwei Tage und der Film war fertig. Highlights: Wollte die Musik selber machen. Bass hat scheiße geklungen, weil Elektronik nicht richtig geerdet.
Also Plan B.

Film in MP4 konvertieren. So soll es sein. Codec war buggy. Also erst einmal in .mov konvertiert, externen Konverter geladen und endlich das Zielformat anvisiert.
Muss man auch erst einmal draufkommen, dass dies der Weg der Wege sein muss. Danke Google und danke YouTube.

Ende gut, Moment es ist noch nicht zu Ende

Wer jetzt meint, Beine hoch und mit einem kleinen Piccolöchen feiern, der irrt aber so etwas von.
Jetzt fängt das Marketing an. Zeitung, Blogger, Social-Media.
Ist euch schon mal aufgefallen, dass Social-Media nur noch Spaß oder Hetzte verträgt. So ist ein bisschen Reklame in eigener Sache funktioniert nicht. Vielleicht auch nur bei mir.

Nichts desto trotz

Die gehört alles zum Leben eines Selfpublishers dazu, also nicht beschweren, weiter in die Hände spucken und das Baby groß rausbringen.

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VonRohan de Rijk

E#34 Inspiration durch Distanz – Rohan´s 13 Minutes

Lesezeit: 2 Minuten

Als Schriftsteller erstellt man Welten, erfindet Geschichten und wenn man im Thriller-Gewerbe unterwegs ist, dann gehört Töten zum Daily-Doing.
Aber irgendwann ist der Akku leer. Die Meditation will nicht greifen, der Urlaub ist in weiter ferne oder die Arbeit stresst einfach nur.

Flow away

Da kann es passieren, man schreibt, man ist im Flow und dann knallt man gegen eine Wand. Aus dem Nichts heraus. Dann weiß ich, für heute ist Schluss.
Aber was tun, wenn man gar keine Ideen mehr hat?
Kann man dem vorbeugen?
Ich hasse nichts mehr, als wenn es mit der Geschichte nicht weitergeht.
Dann lenke ich mich ab. Entweder mit Handwerken. Dann baut man mal eben oder nicht eben eine Wendeltreppe.
Freudscher Verschreiber, ich habe Wendlertreppe geschrieben.

Die Kunst der anderen Künste

Früher habe ich sehr viel gemalt und sogar Ausstellungen bestritten. Die war eine Phase, die sicherlich wiederkommt.
Als schlechtester Gitarrenspieler des Universums (inklusive aller Alienansammlungen) versuche ich mich mit Spielen abzulenken. Meistens gebe ich auf und widme mich wieder dem Schreiben.
Auch eine Möglichkeit.

Bilder, mal nicht im Kopf.

Wie ihr seht, kann man seine Kreativität im Schreiben mit anderen künstlerischen Aktivitäten nähren. Dazu gehört bei mir auch das gelegentliche Fotografieren. Als eingefleischter Photoshop Fan werden die Bilder dann auch bearbeitet, kombiniert und/oder verfremdet.
Das kommt mir auch bei meinem Buch-Covern zugute. In der letzten Episode hatte ich beschrieben, was alles zu einem Selfpublisher dazugehört. Wenn man sich mit Photoshop auskennt, dann kann man sein Cover auch selber machen. Die Gemeinde rät natürlich davon ab, aber ich habe es gelernt und warum sollte man nicht auf diesem Weg den einen oder anderen Taler sparen.

Distanz – lernen mit der Leere umzugehen

Die Distanz zum Schreiben oder zur Kunst ist nie sonderlich groß, aber ich musste mir irgendwann eingestehen, dass ich sie brauche. Genauso wie ich Spaziergänge am Meer brauche, um mir die Geschichten durch den Kopf gehen zu lassen.
Vielleicht kennt ihr noch andere Mittel. Ich denke diese Ablenkung ist auch wichtig, um ins Gleichgewicht zu kommen.
Diese Distanz kann man auch auf Beziehungen anwenden. Mal ein Wochenende allein etwas machen, das befruchtet die Beziehung.
Aber die Inspiration kommt immer noch nicht?
Was tun?

Die Antennen nach außen richten

Mich bei anderen Künstlern umschauen. Vielleicht findet sich dort der nächste Kick. Natürlich sollte man nie Eins zu Eins kopieren. Und nicht falsch verstehen, hier geht es nicht um das stehlen von anderen Ideen, sondern um Inspiration vielleicht mit einem Teil, das ein anderer Künstler geschaffen hat und mich anregt, weiter zu denken.
Gehen wir die Sache doch einmal anders an. Musikalisch. Es gibt 12 Töne. Im Groben und Ganzen. Daraus entsteht die ganze Musik. Da sind Dopplungen vorgesehen.
Wie viele deutsche Wörter gibt es? Ich habe mehrer Quellen bemüht: Unter dem Strich sind es ca. 500.000. Für den Standard-Gebrauch werden ca. 75.000 verwendet. Es ist in der Literatur eigentlich schwerer, Doppelungen zu erschaffen als in der Musik.
Noch einmal: Urheberrecht ist eines der wichtigsten Rechte in der Kunst. Lasst euch inspirieren, aber mehr auch nicht.

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VonRohan de Rijk

Lampenfieber

Lesezeit: 2 Minuten

Lampenfieber

Lampenfieber – die typische Krankheit von Musikern und Schauspielern, was stört es mich, denke ich.

Wäre dies kein Blog, sondern ein Video, würde das disharmonische Kreischen einer Diamantnadel auf Vinyl den Raum erfüllen.

Schlagartig poltert ein Gedanke durch mein kreatives Denkbrötchen.
»Der Gig des Schriftstellers nennt sich: Lesung.«

Rollen wir die Zeit ein bisschen vor.
Der Schreck ist weg.
Das Buch hat alle Hürden, die es vor einer Veröffentlichung nehmen muss, gemeistert. Das Glück macht sich als Dauergrinsen im Gesicht breit.

Wieder durchdring ein Geräusch die Stille des Raums.
Das Telefon.
Mein Kontaktmann beim Verlag.
Seine freudig erregte Stimme weckt Bilder in mir, die irgendetwas mit Bestseller-Liste zu tun haben. Bis zu dem Moment, wo mein Gehör das Wort »Lesereise« auf die Synapsen loslässt.
Bleiche koloriert mein Gesicht und die Schweißdrüsen geben dem Telefon eine Haptik von Seife. Ich versuche, professionelle Freude zu versprühen, und warte darauf, dass mir mein Blutdruck den Gar ausmacht.

Rollen wir die Zeit wieder ein Stückchen nach vorne – cool wenn man das kann, nöh.

Der Hinrichtungstermin, ich meine natürlich die Lesung, rückt immer näher. Die Textpassagen sind im Buch markiert (mein Kontaktmann hat mir abgeraten, die Stellen in Groß auszudrucken, anstatt sie aus dem Buch vorzulesen. Hat irgendeinen Marketing-Grund). Also die Sehkraft noch mal gecheckt, nichts wäre blöder, als den Text am Tag des Vollzugs in eine Buchstabensuppe zu verwandeln, nur weil die Eitelkeit keine stärke Dioptrien verträgt.
Marketing habe ich mir anders vorgestellt.

Es ist so weit. Die Kleidung gerichtet. Die Dosen-Dusche wickelt einen in einen olfaktorischen, aluminiumfreien Umhang. Atmung und Puls haben ein Eigenleben entwickelt und sind nur noch schwer zu kontrollieren.
Der Countdown läuft.
Licht, Mikro, Publikum. Mein Bermuda-Dreieck für diesen Abend.
Eine karge Begrüßung, die sich aus Bruchstücken meiner Kinderstube zusammensetzt.
Die ersten Sätze holpern etwas ungeschickt von der Zunge, aber ich merke einen Flow.
Ich werde besser. Die Geschichte beginnt zu fließen und bekommt einen Körper, wie guter alter Rotwein.

Geschafft. Der Applaus brandet wie durch eine Watteschicht. Ich habe es geschafft.

Ich habe etwas gelernt, etwas, das ich mit allen Kreativen dieser Welt teile.
Lampenfieber.
Lampenfieber gehört zum Geschäft. Genießen kann ich es nicht, ich muss es akzeptieren.

Stay tuned: #RohanDeRijk