Auf dieser Seite findet ihr (fast) alle Podcastfolgen als niedergeschriebene Version. Es sind keine Transkripte, sondern für den Blog aufbereitete Versionen der verschiedenen Themen.
Möchtet ihr die Podcastfolgen hören?
Dann könnt ihr das auf Spotify oder auf dieser Webseite in der Rubrik Podcast.

Rohan de Rijk
Wofür braucht man als Künstler ein Pseudonym? Mein richtiger Name ist unaussprechlich Meinen Namen kann keiner schreiben Meine Umwelt soll nicht erfahren, dass ich erotische Literatur schreibe Ich finde es einfach cool und kann damit vor meinen Kumpels posen So, die Gründe wären geklärt. Wahlweise kann man noch seine eigene Den gesamten Beitrag lesen

Rohan de Rijk
Lampenfieber Lampenfieber – die typische Krankheit von Musikern und Schauspielern, was stört es mich, denke ich. Wäre dies kein Blog, sondern ein Video, würde das disharmonische Kreischen einer Diamantnadel auf Vinyl den Raum erfüllen. Schlagartig poltert ein Gedanke durch mein kreatives Denkbrötchen. »Der Gig des Schriftstellers nennt sich: Lesung.« Rollen Den gesamten Beitrag lesen

Rohan de Rijk
Anfängergeist
„Anfängergeist, was soll das? Ich habe schon mehrere Bücher herausgebracht, einige standen sogar auf der Bestsellerliste im Niemandsland und jetzt soll ich von vorne anfangen? Der Schweiß, die Arbeit und nicht zu vergessen die unzähligen Flaschen Rotwein (ja, ein Künstler muss dem Klischee entsprechen) zeugen davon, dass ich gelernt habe. Den gesamten Beitrag lesen

Wofür braucht man als Künstler ein Pseudonym?

  • Mein richtiger Name ist unaussprechlich
  • Meinen Namen kann keiner schreiben
  • Meine Umwelt soll nicht erfahren, dass ich erotische Literatur schreibe
  • Ich finde es einfach cool und kann damit vor meinen Kumpels posen

So, die Gründe wären geklärt. Wahlweise kann man noch seine eigene Motivation hinzufügen.

Ich habe mich für das Pseudonym Rohan de Rijk entschieden.

Wer Geschichten mag, kommt jetzt auf seine Kosten.

Rohan habe ich aus Herr der Ringe. Rohan ist dort ein Land und ein Königreich. Schon mal ganz gut, wenn es nicht alltäglich sein soll.

Der Vorname stand fest, jetzt musste der zweite Teil des Pseudonyms her.

Die Geschichte geht weiter:

Eines dunklen Morgens stand ich an einer roten Ampel. Vor mir bog ein LKW aus den Niederlanden auf die Straße ein. Auf dem Trailer stand »de Rijk«. Ich verband den vorhandenen Vornamen und die LKW-Aufschrift miteinander und fand, dass es gut klingt.

Der Entschluss

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch mehr möchte. Das Pseudonym auf einem Buch unter einem Artikel oder als Domain, das klingt schon gut, aber ich wollte die Königsklasse.

Das Pseudonym sollte in den Ausweis.

Ich fand den Gedanken hervorragend. Der Gesetzgeber allerdings nicht. Drei Jahre war es nicht möglich, sein Pseudonym eintragen zu lassen. Der Gesetzgeber hatte ein Einsehen mit den Künstlern und das Gesetz wurde geändert.

Der Wunsch geriet in Vergessenheit, erlebt dann im Jahr 2016 eine Renaissance.

Wie kommt der Wunsch in den Ausweis?

Hier mein Weg (ohne Leiden):

Die Liste

Anruf bei der Ausweisstelle, man will ja vorher informiert sein.
Der Amtsmann wollte den Beweis, dass ich in einem Verband Mitglied bin. Gut, dachte ich mir, nimm aber noch zur Vorsicht ein paar Unterlagen mehr mit.

Hier die Liste, der Unterlagen, die ich zum Amt geschleppt habe:

  • Bescheinigung über eine Mitgliedschaft in einem Verband. Bei mir der BVjA.
  • Bescheinigung des Finanzamtes über die Anmeldung als Schriftsteller
  • Vertrag mit der VG Wort
  • Vertrag über die Einrichtung meiner Domain
  • Kopien von Facebook, Twitter und Web-Site
  • Veröffentlichungen: Buch, Artikel in Zeitschriften und Zeitungen
  • Veranstaltungsflyer

Auf dem Amt

Märkchen gezogen und sich auf einem der unbequemen Holz-Metall-Konstruktionen (Stuhl) bequem gemacht.

Nach etlichen zwangsweise belauschten Gesprächen über das deutsche Beamtentum leuchtet meine Nummer in Rot auf.

Ich trete ein, tue so, als wäre ich nicht aufgeregt, und trage mein Anliegen vor.

Die Sachbearbeiterin verlangt die Bescheinigung über die Mitgliedschaft in einem Verband (BVjA) und zusätzlich noch den Vertrag mit der VG Wort (dort ist mein Pseudonym angegeben).

Und jetzt kommt es: Das war es. Ich habe die Gebühr für den neuen Ausweis bezahlt und habe nun mein Pseudonym im Ausweis stehen.

Ich wohne in Mönchengladbach und kann auch nur wiedergeben, wie die Ausweisstelle in der Vitusstadt Pseudonyme anerkennt.

Aus verschiedenen Posts in Facebook weiß ich, dass es in anderen Städten sehr viel schwerer ist, sich sein Pseudonym eintragen zu lassen.

Vielleicht hilft der Artikel, den Kopf nicht hängen zu lassen und noch einmal mit neuen Elan die Sache in die Hand zu nehmen.

Es ist ein schönes Gefühl, als Künstler mit seinem Pseudonym in einem offiziellen Dokument zu stehen.

Stay tuned: #RohanDeRijk

Lampenfieber

Lampenfieber – die typische Krankheit von Musikern und Schauspielern, was stört es mich, denke ich.

Wäre dies kein Blog, sondern ein Video, würde das disharmonische Kreischen einer Diamantnadel auf Vinyl den Raum erfüllen.

Schlagartig poltert ein Gedanke durch mein kreatives Denkbrötchen.
»Der Gig des Schriftstellers nennt sich: Lesung.«

Rollen wir die Zeit ein bisschen vor.
Der Schreck ist weg.
Das Buch hat alle Hürden, die es vor einer Veröffentlichung nehmen muss, gemeistert. Das Glück macht sich als Dauergrinsen im Gesicht breit.

Wieder durchdring ein Geräusch die Stille des Raums.
Das Telefon.
Mein Kontaktmann beim Verlag.
Seine freudig erregte Stimme weckt Bilder in mir, die irgendetwas mit Bestseller-Liste zu tun haben. Bis zu dem Moment, wo mein Gehör das Wort »Lesereise« auf die Synapsen loslässt.
Bleiche koloriert mein Gesicht und die Schweißdrüsen geben dem Telefon eine Haptik von Seife. Ich versuche, professionelle Freude zu versprühen, und warte darauf, dass mir mein Blutdruck den Gar ausmacht.

Rollen wir die Zeit wieder ein Stückchen nach vorne – cool wenn man das kann, nöh.

Der Hinrichtungstermin, ich meine natürlich die Lesung, rückt immer näher. Die Textpassagen sind im Buch markiert (mein Kontaktmann hat mir abgeraten, die Stellen in Groß auszudrucken, anstatt sie aus dem Buch vorzulesen. Hat irgendeinen Marketing-Grund). Also die Sehkraft noch mal gecheckt, nichts wäre blöder, als den Text am Tag des Vollzugs in eine Buchstabensuppe zu verwandeln, nur weil die Eitelkeit keine stärke Dioptrien verträgt.
Marketing habe ich mir anders vorgestellt.

Es ist so weit. Die Kleidung gerichtet. Die Dosen-Dusche wickelt einen in einen olfaktorischen, aluminiumfreien Umhang. Atmung und Puls haben ein Eigenleben entwickelt und sind nur noch schwer zu kontrollieren.
Der Countdown läuft.
Licht, Mikro, Publikum. Mein Bermuda-Dreieck für diesen Abend.
Eine karge Begrüßung, die sich aus Bruchstücken meiner Kinderstube zusammensetzt.
Die ersten Sätze holpern etwas ungeschickt von der Zunge, aber ich merke einen Flow.
Ich werde besser. Die Geschichte beginnt zu fließen und bekommt einen Körper, wie guter alter Rotwein.

Geschafft. Der Applaus brandet wie durch eine Watteschicht. Ich habe es geschafft.

Ich habe etwas gelernt, etwas, das ich mit allen Kreativen dieser Welt teile.
Lampenfieber.
Lampenfieber gehört zum Geschäft. Genießen kann ich es nicht, ich muss es akzeptieren.

Stay tuned: #RohanDeRijk

„Anfängergeist, was soll das? Ich habe schon mehrere Bücher herausgebracht, einige standen sogar auf der Bestsellerliste im Niemandsland und jetzt soll ich von vorne anfangen?
Der Schweiß, die Arbeit und nicht zu vergessen die unzähligen Flaschen Rotwein (ja, ein Künstler muss dem Klischee entsprechen) zeugen davon, dass ich gelernt habe. Widerspenstige Charaktere habe ich geformt, Menschen zusammengebracht und sogar gemordet und das soll alles auf Null gesetzt werden?“

Dies könnte ein fiktiver Aufruhr aus den Weiten der Bits und Bytes sein.
Aber was ist der Anfängergeist?

Anfängergeist ist nicht ein Novize im Geisterhandwerk.
Anfängergeist ist nicht der erste Brand bei der Schnapsherstellung.

Anfängergeist ist ein Blickwinkel.
Der Profi kennt sein Handwerk, er weiß, wie ein Cliffhanger auszusehen hat. Seine Protagonisten haben differenziert geschliffene Psychen und er weiß, wie man sich in die Bestsellerlisten schreibt.

Sollte man von ihm lernen?
Nur bedingt!

Hat ein Neuling oder derjenige, Achtung jetzt kommt das Hauptthema, der den Anfängergeist besitzt, nicht einen besseren Blick, einen unverbrauchten Stil?
Er ist noch nicht, oder wird es nicht, in ein Schema gepresst.
Never change a winning-Schreibweise – genau das wird langweilig. Den Erfolg immer wieder mit anderen Figuren und Orten am Kochen halten. Der fade Geschmack der Kopie wird diesen Werken anhaften.

Es gibt eine Lösung: Den Anfängergeist. Die Rückbesinnung und den Mut, den Pfad der Lemminge zu verlassen.
Die Fragen eines Neulings, den Blickwinkel eines Beginners, das Herz eines Kindes. Dies alles brauchen wir, um etwas zu erschaffen, das mit dem Alten bricht, die Perspektive der Sicht so verschiebt, dass auch Altes wunderbar neu erscheinen kann.

Hier endet mein erster Artikel.

Wie geht es weiter?
Wir werden die Geburt eines Buches erleben, ja auch die Zeugung. Wer jetzt seiner Fantasie freien Lauf lässt, könnte ein Stück des Anfängergeistes spüren.

Wie werde ich Schriftsteller? Eine berechtigte Frage in einer Zeit, in der die Information den Geist verklebt.

Und was kommt noch?
Diese Frage wird mein alter Freund die Zeit beantworten, er hat mich noch nie enttäuscht, also bleiben wir gespannt.

Und wer mehr über den Anfängergeist erfahren will, dem hilft der Buddhismus und insbesondre Suzuki Shunryū weiter.

Stay tuned: #RohanDeRijk